METTA – MEDITATION

Diese Meditation praktiziere ich abends und ist vielleicht auch für dich wundervoll. Probiere es aus.

Hintergrundinformationen zur Metta-Meditation

Die Metta-Meditation ist eine uralte buddhistische Meditationsform. Das Pali-Wort „Metta“ bedeutet Sanftheit, Freundlichkeit und bezeichnet eine Geisteshaltung, die der christlichen Nächstenliebe eng verwandt ist. Im Buddhismus glaubt man, dass es nicht reicht, Liebe und Akzeptanz zu bejahen, sondern dass diese auch systematisch geübt werden müssen, ähnlich wie wenn man ein Musikinstrument erlernt. Wenn man seinen Geist in der Metta-Meditation bewusst in diesem Zustand der Selbstliebe und der Liebe zu allen Wesen versetzt, wird diese Haltung auf natürliche Weise immer stärker.

Liebe und Mitgefühl sind universelle Kräfte. Wer diese Geisteshaltung z.B. mit Hilfe der Metta-Meditation in sich fördert und entwickelt, kommt in den unmittelbaren Genuss der heilenden Kraft der Liebe, einer stetigen Quelle von innerem Frieden, Freude und Selbstbewusstsein.

Macht Selbstliebe egoistisch und arrogant?

Wer nun befürchtet, die systematische Einübung von Selbstliebe könnte egoistisch oder gar arrogant machen, den kann ich beruhigen. Egoismus und Arroganz sind nicht die Folgen von zu viel, sondern von zu wenig Selbstliebe:

Wenn ich mir selbst alles gönne, was ich wirklich brauche, gönne ich das auch anderen und habe es nicht nötig, meinen Bedürfnissen auf eine Weise hinterherzulaufen, die anderen schadet. Eine arrogante Haltung entwickelt man nur, wenn man sich eigentlich innerlich klein fühlt und darunter leidet. Denn nur dann hat man es nötig, sich über andere zu erheben und sein angeknackstes Selbstwertgefühl darüber zu kompensieren.

Wahre Selbstliebe hingegen macht, dass ich mich zunächst mit all meinen Stärken und Schwächen annehme, bis ich schließlich erkenne, dass sogar meine „Schwächen“ in Wirklichkeit gar keine sind. Das ergibt einen derartigen inneren Frieden mit sich selbst, dass einen solche Eigenschaften auch an anderen gar nicht mehr stören. Deswegen führt mehr Selbstliebe automatisch dazu, andere besser akzeptieren zu können.

Anleitung für die Metta-Meditation

1. Setze Dich aufrecht hin, entweder auf einen Stuhl oder im Schneidersitz. Schließe Deine Augen und spüre bewusst in Deinen Bodenkontakt hinein.

2. Nun konzentriere Dich auf Deinen Atem. Stell‘ Dir vor, Du würdest nicht durch Deine Nase einatmen, sondern durch Dein Herz.

3. Fühle wo die Liebe bei Dir sitzt.

4. Stell‘ Dir nun vor, Du selbst würdest Dir als Spiegelbild erscheinen. Schicke Deinem Spiegelbild, also Dir selbst, die Liebe, die Du eben aktiviert hast.

5. Dann sprichst Du folgende Sätze zu Deinem Spiegelbild bzw. Dir selbst:

Ich gönne mir, dass ich sicher bin.

Ich gönne mir, dass ich glücklich bin.

Ich gönne mir, dass ich gesund bin.

Ich gönne mir, dass ich mein Leben in Leichtigkeit lebe.

Lasse Dir ruhig nach jedem dieser Sätze ein wenig Zeit, um ihn auf Dich wirken zu lassen.

6. Vielleicht kannst Du jetzt schon spüren, dass durch diese Liebe, die Du Dir selbst gegeben hast, Energie aufgekommen ist. Falls das noch nicht der Fall ist, tu einfach so, als ob es so wäre. Lasse diese Energie überall dort hin fließen, wo Du Heilung benötigst.

7. Stell‘ Dir vor, Du nimmst diese liebevolle Energie voll mit in den Tag, wenn Du gleich die Augen öffnest. Solltest Du die Übung vor dem Einschlafen machen, stellst Du Dir einfach vor, dass diese Energie während Deines Schlafs weiterwirkt und Dich heilt.

Im Buddhismus praktiziert man diese Meditation für einige Wochen, bis man das Gefühl hat, mit sich selbst im Reinen zu sein. Danach ersetzt man das Bild von einem selbst zunächst durch Menschen, die einem nahe stehen, später durch welche, die einem ferner stehen und am Ende sogar durch Menschen, mit denen man ein Problem hat, um schließlich mit sich selbst und allen anderen in Frieden zu leben.

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